Was du geübt hast, hat zwei Seiten, und beide haben jetzt einen Namen.
Fokussierte Achtsamkeit bündelt die Aufmerksamkeit auf einen einfachen Fokus; sie stabilisiert.
Kontextsensitive Achtsamkeit hält die Aufmerksamkeit gesammelt und nimmt zugleich die ganze Situation wahr – den Raum, das, was in dir und um dich herum geschieht, die Menschen, die Geschichte, die Richtung.
Zusammen machen sie Achtsamkeit stabil und weit. Und um es deutlich zu sagen: Kontextsensitive Achtsamkeit ist kein Nachdenken über alles. Sie bedeutet, mehr von dem zu spüren, was ohnehin gegenwärtig ist. Und das Weiten zeigt noch etwas: Nichts in der Situation steht für sich allein – Raum, Menschen, Geschichte, dein eigener Zustand formen einander, und dein Antworten ist Teil dieses Geflechts.
Diese wechselseitige Prägung heißt Interdependenz – wechselseitige Abhängigkeit. Durch kontextsensitive Achtsamkeit wird sie in gewöhnlichen Momenten sichtbar.
